Fünf Jahre ist es nun her. Im Fernsehen, im Internet und in den sozialen Medien sieht und hört man derzeit kaum etwas anderes. Leider nutzen manche dieses Ereignis und damit auch uns Betroffene, um Populismus zu betreiben, Klicks zu generieren und das Netz mit Falschinformationen zu fluten. Das empfinde ich als respektlos und verwerflich.
Die wenigsten dieser Menschen leben hier. Sie kennen weder die Hintergründe noch die vielen komplexen Gründe, warum der Wiederaufbau an manchen Stellen stockt. Nein, die Ursachen liegen nicht in Peru, der Ukraine oder bei Immigranten, wie es immer wieder behauptet wird. Den Gedenktag einer Katastrophe, bei der Menschen ihr Leben, ihre Angehörigen, Freunde, ihre Heimat und ihr Hab und Gut verloren haben, für politische Stimmungsmache zu missbrauchen, ist beschämend. Bestärkt wird das oft noch von Kommentaren von Menschen, die ebenfalls nicht hier leben und sich nie die Mühe gemacht haben, die tatsächlichen Zusammenhänge zu recherchieren.
Ja, es gibt vieles, das nicht gut läuft. Es gibt Entscheidungen und Verantwortliche, die man kritisch sehen darf. Aber wenn ich darauf schaue, was in diesen fünf Jahren trotz aller Schwierigkeiten entstanden ist, dann hätten wir uns das unmittelbar nach der Flut kaum vorstellen können.
Ich wünschte, dass von der unbeschreiblichen Hilfsbereitschaft und dem außergewöhnlichen Zusammenhalt, den wir damals im Ahrtal erlebt haben, ein größerer Teil erhalten geblieben wäre und vielleicht sogar weit über das Ahrtal hinaus gewirkt hätte.
Ich wünsche allen, die heute um einen geliebten Menschen trauern, die bis heute mit den Folgen der Flut leben oder ihre Erlebnisse noch immer nicht verarbeiten konnten, viel Kraft, Zuversicht und Menschen an ihrer Seite, die sie auffangen 🙏🖤
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